Mindestalter im Schießsport

 

Altersgrenzen

für das Schießen mit Sportwaffen innerhalb des Schießbetriebes von Vereinen (Training,

Wettkämpfe)

 

12 und 13 Jahre     Schießen mit Luft- und Federdruckwaffen, sowie mit Waffen, bei

denen zum Antrieb des Geschosses kalte Treibgase (z.B. CO2)

verwendet werden, ist erlaubt, wenn folgende Voraussetzungen

gegeben sind:

 

schriftliche Erklärung des Einverständnisses des/der

Sorgeberechtigten oder

 

Anwesenheit des/der Erziehungsberechtigten und

Gewährleistung einer besonderen Obhut.

 

Die besondere Obhut verlangt die Beaufsichtigung durch

verantwortliche und zur Kinder- und Jugendarbeit geeignete

Aufsichtspersonen.

 

Wichtig: die Einverständniserklärung ist vor dem Schießen vom

Trainer/Betreuer entgegenzunehmen und muss während des

Schießens aufbewahrt werden.

 

14 und 15 Jahre     Schießen mit "sonstigen Schusswaffen" ist erlaubt, wenn folgende

Voraussetzungen gegeben sind:

 

schriftliche Erklärung des Einverständnisses des/der

Sorgeberechtigten oder

 

Anwesenheit des/der Erziehungsberechtigten und

 

Gewährleistung einer besonderen Obhut.

 

Die besondere Obhut verlangt die Beaufsichtigung durch

verantwortliche und zur Kinder- und Jugendarbeit geeignete

Aufsichtspersonen.

 

Nach Erreichen der jeweiligen Altersgrenze, also bei Jugendlichen ab 14 Jahren

(Luftdruckwaffen) und Jugendlichen ab 16 Jahren (sonstige Schusswaffen) ist die

Einverständniserklärung der/des Sorgeberechtigten nach dem Waffengesetz nicht mehr

erforderlich, es wird aber empfohlen, diese sich dennoch schriftlich geben zu lassen, da der

Jugendleiter oder -trainer die Aufsichtspflicht über die Minderjährigen innehat, solange die

Sorgeberechtigten nicht anwesend sind.

Außerdem sollten die Einverständniserklärungen im Verein mindestens solange aufbewahrt

werden, bis der Jugendliche die erforderliche Altersgrenze überschritten hat. Auf Verlangen

ist die Einverständniserklärung auch der Behörde vorzulegen.

 

 

Einzelfragen zur besondern Obhut

und zur Geeignetheit des Betreuers

 

Der Jugendtrainer bzw. Betreuer muss auf Verlangen der Behörde auch glaubhaft machen

können, dass er zur Kinder- und Jugendarbeit im Schießsport geeignet ist.

 

Dies kann entweder durch eine Trainer- oder Betreuerlizenz geschehen oder auch durch den

Nachweis längerer Tätigkeit als Jugendbetreuer und ein einwandfreies Führungszeugnis.

Selbstverständlich muss der stets jemand anwesend sein, der berechtigt ist, Aufsicht auf

dem Schießstand zu führen.

 

Im Waffengesetz ist vorgesehen, dass das Bundesinnenministerium Verordnungen erlassen

kann, in denen es die genauen Voraussetzungen für die Aufsicht über den Schießbetrieb

und insbesondere deren Eignung zur Kinder- und Jugendarbeit regeln kann. Bislang liegen

jedoch noch keine Entwürfe solcher Vorschriften vor.

 

 

Ausnahmegenehmigungen

für das Schießen unter 12 Jahren

 

Nach dem neuen Waffenrecht können von dem Mindestalter für das Schießen mit

Luftdruckwaffen Ausnahmen zugelassen werden. Mit dieser Regelung sollen

Nachwuchsarbeit und Leistungssport im Schießsport gefördert werden.

 

In § 27 Absatz 4 Satz 2 des Waffengesetzes heißt es wörtlich zur Ausnahmegenehmigung:

"Diese soll bewilligt werden, wenn durch eine ärztliche Bescheinigung die geistige und

körperliche Eignung und durch eine Bescheinigung des Vereins die schießsportliche

Begabung glaubhaft gemacht sind."

 

Da es sich hierbei um eine "Soll-Vorschrift" handelt, hat die Behörde keinen so weiten

Ermessensspielraum mehr, wie sie bei der früheren "Kann-Vorschrift" hatte. Die

Genehmigung muss also nun in der Regel erteilt werden, wenn die Voraussetzungen (d.h.

Bescheinigungen von Arzt und Verein sowie das Einverständnis des/der Sorgeberechtigten)

vorliegen.

 

Will die Behörde dennoch die Genehmigung verweigern, so muss sie dies für den

vorliegenden Einzelfall ausführlich begründen und auch darlegen, warum es sich gerade hier

um einen Ausnahmefall handelt, für den die Genehmigung nicht erteilt werden kann.

Einzelheiten hierzu sollen zukünftig durch Verwaltungsvorschriften geregelt werden.

 

 

Ausnahmegenehmigungen zum Waffenerwerb

für Jugendliche unter 18 Jahren

 

Auch für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte kann die Behörde Ausnahmen vom

Mindestalter von 18 Jahren zulassen.

Zusätzlich zu den Voraussetzungen für die Waffenbesitzkarte muss noch der Grund

dargelegt werden, warum vom Mindestalter eine Ausnahme zugelassen werden soll, also

z.B. die Mitgliedschaft in einem Landes- oder Bundeskader.

 

 

Waffenbesitzkarte

 

Die Waffenbesitzkarte für Sportschützen

wird von der Behörde (in der Regel die Ordnungsämter) erteilt, wenn folgende

Voraussetzungen vorliegen:

 

• 18 Jahre alt

• zuverlässige und geeignete Person

• Nachweis der Sachkunde

• Nachweis des Bedürfnisses

 

 

Bedürfnis

 

Das Bedürfnis zum Erwerb von Waffen liegt bei Sportschützen vor, wenn:

 

der Schütze den Schießsport in einem Verein seit mindestens 12 Monaten betreibt,

dies muss durch den Schießsportverband oder seine Untergliederungen glaubhaft gemacht

werden und

 

der Verein einem anerkannten Schießsportverband angehört und

 

die zu erwerbende Waffe für eine Disziplin nach der Sportordnung zugelassen und

erforderlich ist.

 

 

Zuverlässigkeit

für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte

 

§ 5 WaffG in der neuen Fassung besagt zur Zuverlässigkeit folgendes:

(1) Die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen Personen nicht,

1. die rechtskräftig verurteilt worden sind

a) wegen eines Verbrechens oder

b) wegen sonstiger vorsätzlicher Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von mindestens

einem Jahr, wenn seit dem Eintritt der Rechtskraft der letzten Verurteilung

zehn Jahre noch nicht verstrichen sind,

2. bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie

a) Waffen oder Munition missbräuchlich oder leichtfertig verwenden werden,

b) mit Waffen oder Munition nicht vorsichtig oder sachgemäß umgehen oder diese

Gegenstände nicht sorgfältig verwahren werden,

c) Waffen oder Munition Personen überlassen werden, die zur Ausübung der tatsächlichen

Gewalt über diese Gegenstände nicht berechtigt sind.

 

(2) Die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen in der Regel Personen nicht, die

1.

a) wegen einer vorsätzlichen Straftat,

b) wegen einer fahrlässigen Straftat im Zusammenhang mit dem Umgang mit Waffen,

Munition oder Sprengstoff oder wegen einer fahrlässigen gemeingefährlichen Straftat,

c) wegen einer Straftat nach dem Waffengesetz, dem Gesetz über die Kontrolle von

Kriegswaffen, dem Sprengstoffgesetz oder dem Bundesjagdgesetz zu einer Freiheitsstrafe,

Jugendstrafe, Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen oder mindestens zweimal zu einer

geringeren Geldstrafe rechtskräftig verurteilt worden sind oder bei denen die Verhängung

von Jugendstrafe ausgesetzt worden ist, wenn seit dem Eintritt der Rechtskraft der letzten

Verurteilung fünf Jahre noch nicht verstrichen sind,

2. Mitglied

a) in einem Verein, der nach dem Vereinsgesetz als Organisation unanfechtbar verboten

wurde oder der einem unanfechtbaren Betätigungsverbot nach dem Vereinsgesetz

unterliegt, oder

b) in einer Partei, deren Verfassungswidrigkeit das Bundesverfassungsgericht nach § 46 des

Bundesverfassungsgerichtsgesetzes festgestellt hat, waren, wenn seit der Beendigung der

Mitgliedschaft zehn Jahre noch nicht verstrichen sind,

3. einzeln oder als Mitglied einer Vereinigung verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgen

oder in den letzten fünf Jahren verfolgt haben,

4. innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als einmal wegen Gewalttätigkeit mit richterlicher

Genehmigung in polizeilichem Präventivgewahrsam waren.

 

(3) In die Frist nach Absatz 1 Nr. 1 oder Absatz 2 Nr. 1 nicht eingerechnet wird die Zeit, in

welcher der Betroffene auf behördliche oder richterliche Anordnung in einer Anstalt verwahrt

worden ist.

 

(4) Ist ein Verfahren wegen Straftaten im Sinne des Absatzes 1 Nr. 1 oder des Absatzes 2

Nr. 1 noch nicht abgeschlossen, so kann die zuständige Behörde die Entscheidung über den

Antrag auf Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis bis zum rechtskräftigen Abschluss des

Verfahrens aussetzen.

 

(5) Die zuständige Behörde hat im Rahmen der Zuverlässigkeitsprüfung folgende

Erkundigungen einzuholen:

1. die unbeschränkte Auskunft aus dem Bundeszentralregister;

2. die Auskunft bei den Justizbehörden nach § 13 Abs. 2, § 14 Abs. 1 Nr. 5, 7 Buchstabe b,

Abs. 2, § 17 Nr. 3 des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetz;

3. die Stellungnahme der örtlichen Polizeidienststelle, ob Tatsachen bekannt sind, die

Bedenken gegen die Zuverlässigkeit begründen; die örtliche Polizeidienststelle schließt in

ihre Stellungnahme das Ergebnis der von ihr vorzunehmenden Prüfung nach Absatz 2 Nr. 4

ein.

 

 

Das Merkmal der persönlichen Eignung

als Voraussetzung für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte

 

§ 6 des Waffengesetzes in der neuen Fassung besagt zur Geeignetheit folgendes:

 

Persönliche Eignung

 

(1) Die erforderliche persönliche Eignung besitzen Personen nicht, wenn Tatsachen die

Annahme rechtfertigen, dass sie

1. geschäftsunfähig oder in der Geschäftsfähigkeit beschränkt sind,

2. abhängig von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln, psychisch krank oder debil

sind oder

3. auf Grund in der Person liegender Umstände mit Waffen oder Munition nicht vorsichtig

oder sachgemäß umgehen oder diese Gegenstände nicht sorgfältig verwahren können oder

dass die konkrete Gefahr einer Fremd- oder Selbstgefährdung besteht. Die zuständige

Behörde soll die Stellungnahme der örtlichen Polizeidienststelle einholen.

Der persönlichen Eignung können auch im Erziehungsregister* eingetragenen

Entscheidungen oder Anordnungen nach § 60 Absatz 1 Nummer 1 bis 7 des

Bundeszentralregistergesetzes entgegenstehen.

 

(2) Sind Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die persönliche Eignung nach Absatz 1

begründen, oder bestehen begründete Zweifel an vom Antragsteller beigebrachten

Bescheinigungen, so hat die zuständige Behörde dem Betroffenen auf seine Kosten die

Vorlage eines amts- oder fachärztlichen oder fachpsychologischen Zeugnisses über die

geistige oder körperliche Eignung aufzugeben."

 

 

*Eintragung in das Erziehungsregister

bei Jugendlichen und Heranwachsenden

 

Den zitierten Absätzen des Bundeszentralregistergesetzes ist zu entnehmen, dass der

persönlichen Eignung zur Erteilung einer WBK bei Heranwachsenden auch eine Eintragung

im Erziehungsregister entgegenstehen kann wenn der Heranwachsende

nach Jugendstrafrecht verurteilt worden ist,

oder ein eingeleitetes Jugendstrafverfahren durch das Gericht eingestellt worden ist,

oder ein Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt worden ist.

 

 

verschiedene Waffenarten -

Behandlung nach dem neuen Waffenrecht

 

Schusswaffen

"Schusswaffen sind Gegenstände, die zum Angriff oder zur Verteidigung, zur Signalgebung,

zur Jagd, zur Distanzinjektion, zur Markierung, zum Sport oder zum Spiel bestimmt sind und

bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden."

Das bedeutet, dass weiterhin der Bogen nicht unter das Waffengesetz fällt, da bei ihm das

Geschoss nicht durch einen Lauf getrieben wird.

 

Feuerwaffen

sind alle Waffen, bei denen zum Antrieb des Geschosses heiße Gase verwendet werden.

Zum Spotschießen sind dies hauptsächlich Klein- und Großkaliberwaffen, Zimmerstutzen,

Vorderladerwaffen, Flinten und ähnliches.

 

Erlaubnisscheinpflichtige Schusswaffen

sind weiterhin alle Waffen mit einer Mündungsenergie über 7,5 Joule, sowie die

dazugehörige Munition.

Eines Erlaubnisscheines (WBK, Jagdschein o.ä.) bedarf jedoch nicht, wer mit diesen Waffen

auf einem zugelassen Schießstand nur schießt, sofern er das erforderliche Mindestalter hat

(ab 14 Jahren mit schriftlichem Einverständnis der/des Erziehungsberechtigten).

Der Erwerb und Besitz von Feuerwaffen mit einer Mündungsenergie bis zu 7,5 Joule ist unter

erleichterten Bedingungen möglich, was bedeutet, dass hierfür kein Bedürfnis nachgewiesen

werden muss, die sonstigen Voraussetzungen für den Waffenerwerb (Mindestalter,

Zuverlässigkeit und Geeignetheit) müssen jedoch gegeben sein.

 

Luft- Gas- und Federdruckwaffen

mit einer Energie bis 7,5 Joule

Diese Waffen dürfen ab 18 Jahren frei erworben werden.

Mit diesen Waffen darf auch weiterhin außerhalb von Schießständen in umgrenzten

("befriedeten") Gebäuden und Grundstücken ohne Erlaubnisschein geschossen werden,

wenn sichergestellt ist, dass das Geschoss das befriedete Gelände nicht verlassen kann.

Zu beachten ist, dass unter die "Gasdruckwaffen" nur Waffen fallen, bei denen kalte (z.B.

CO2) Gase zum Antrieb des Geschosses verwendet werden.

 

Spielzeugwaffen

Unter die Spielzeugwaffen, die ohne Erlaubnisschein und ohne Mindestalter erworben

werden dürfen, fallen nur noch Waffen mit einer Energie bis zu 0,08 Joule.

Sie dürfen jedoch in ihrem Aussehen nicht mit Waffen verwechselt werden können, für die

ein Erlaubnisschein oder eine Altersbegrenzung vorgesehen ist.

 

Armbrust

Die Armbrust fällt unter das neue Waffengesetz, jedoch nicht unter den Begriff der

Schusswaffen, sondern sie wird unter "tragbare Gegenstände" (§ 1 Absatz 2, Nummer 2

WaffG nF) gefasst.

Ihr Erwerb ist also ab 18 Jahren frei, Spielzeugarmbrüste mit einer Energie bis zu 0,08 Joule

sind weiterhin auch unter 18 Jahren frei zu erwerben.

Das Führen einer Armbrust ist ab 18 Jahren ohne Erlaubnisschein möglich.

 

 

Erwerb von Waffen

 

 

Spielzeugwaffen

  • mit einer Mündungsenergie unter 0,08 Joule können frei und ohne Altersbegrenzung erworben werden

 

Luftdruckwaffen,

Federdruckwaffen,

CO2 Waffen u.ä.

  • freier Erwerb ab 18 Jahren
  • Energie maximal 7,5 Joule
  • offizielles Beschusszeichen auf der Waffe
  • ein Führen der Waffe (also ständiges Beisichtragen) ist ohne Waffenschein nicht erlaubt.

 

Kleinkaliberwaffen

(Randfeuerwaffen bis

zum Kaliber 5,6 mm

lfB bzw. .22 lr)

 

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Mündungsenergie maximal 200 Joule
  • Waffenbesitzkarte
  • Bedürfnis zum Erwerb der Waffen

sonstige

Schusswaffen

 

  • Mindestalter 21 Jahre
  • beim ersten Waffenerwerb für Personen unter 25 Jahren: amts- oder fachärztliches bzw. fachpsychologisches Gutachten über die geistige Eignung zum Erwerb und Besitz von Waffen
  • Waffenbesitzkarte
  • Bedürfnis zum Erwerb der Waffe

 

 

 

 

 

Anmerkung:

Das vieldiskutierte psychologische oder fachärztliche Gutachten für den Erwerb von

Schusswaffen im Alter unter 25 Jahren ist für den Erwerb von Kleinkaliberwaffen durch

Sportschützen ausdrücklich nicht erforderlich (§ 6 Absatz 3 neues Waffengesetz).

Für alle anderen erlaubnisscheinpflichtigen Waffen muss dieses Gutachten auf eigene

Kosten eingeholt werden.

Junge Menschen, die bei Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht 25 Jahre alt sind und bereits

eine Waffe besitzen, die erst ab 21 Jahren erworben werden darf, müssen dieses Gutachten

erstellen lassen und innerhalb eines Jahres ab Inkrafttreten bei der zuständigen Behörde

vorlegen.